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Motopädagogik - eine Begriffserklärung

Der Begriff "Moto-pädagogik entstand im Zusammenhang mit der Professionalisierung der Psychomotorik. Die Erfolge, die die psychomotorische Förderung in der Praxis erzielte, führten zur Etablierung des Berufsfeldes von Motopäden und Motologen. So werden seit 1977 in einer Berufsfachschule für Bewegungstherapie Motopäden und seit 1986 an der Universität Marburg Diplom-Motologen ausgebildet. Im Zusammenhang mit der Konzeption dieses Aufbaustudiengangs wurde die "Motologie, das ist die Lehre von der Motorik als Grundlage der Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit des Menschen, ihrer Entwicklung, ihrer Störungen und deren Behandlung, als Oberbegriff eingeführt. Als Anwendungsbereiche gelten Motopädagogik und Mototherapie: Motopädagogik wird dabei als ganzheitlich orientiertes Konzept der Erziehung durch Wahrnehmung, Erleben und Bewegen verstanden, die Mototherapie gilt als "bewegungsorientierte Methode zur Behandlung von Auffälligkeiten, Retardierungen und Störungen im psychomotorischen Verhaltens- und Leistungsbereich (Schilling). Im Gegensatz zu den Bezeichnungen Motopädagogik und Mototherapie ist der Begriff Psychomotorik historisch gewachsener, international gebräuchlicher und letztlich inhaltlich auch klarer definiert. Er hat sich deswegen in der Vergangenheit wieder stärker durchgesetzt. D.h. dass auch eine Motopädin oder ein Motologe auf der Grundlage der Psychomotorik arbeiten.

Motopädagogik ist ein ganzheitlich orientiertes Konzept der Erziehung durch Bewegung, Wahrnehmung und Erleben. Die Motopädagogen suchen nach den Stärken der Klienten und setzen diese auch zur allgemeinen Entwicklungsförderung ein. Die Schwächen der Klienten werden behutsam behandelt – dabei wird die Persönlichkeit respektieren und das Selbstvertrauen gestärt. In der Motopädagogikstunde hat das Kind die Möglichkeit seine eigenen Verhaltensstrategiechen auszuprobieren und erlernte Bewegungsabläufe in immer neuen Situationen zu wiederholen. Wiederholung ist dabei unheimlich wichtig. Nur durch die Wiederholung festigen sich Erlebnisse. Nur durch bewusste Erlebnisse sammelt der Mensch Erfahrungen. Und wiederum durch Erfahrungen bildet das Gehirn abrufbare Muster.

Es darf niemals eine Stimmung entstehen, die davon geprägt ist, dass von den Kindern etwas Bestimmtes erwartet wird. Kinder verlernen nämlich sehr schnell, sich auf ihr eigenes Gefühl zu verlassen und agieren so, wie es anderen gefällt. Sie verlieren ihr Selbstgefühl und werden zu fremdbestimmten Persönlichkeiten, die unheimlich viel Energie aufbringen müssen, so zu sein und so zu handeln, wie die Umgebung es erwartet.

Also Motopädagogik ist die Erziehung durch Bewegung und die Erziehung zu Bewegung.